Raus aus der Komfortzone

Interview - Zum Thema "Komfortzone verlassen"

Andrea Landschof im Artikel der Zeitschrift ‘bewusster leben’ über verborgene Talente, Potenziale und Mut zur Veränderung

Sie spüren, dass es an der Zeit ist, etwas in Ihrem Leben zu verändern? Vielleicht beruflich. Vielleicht persönlich. Vielleicht nicht laut, dramatisch oder von außen sichtbar. Sondern eher als leises inneres Wissen: So wie bisher soll es nicht weitergehen.

Genau an diesem Punkt setzt die Arbeit von Andrea Landschof an. Sie begleitet Menschen dabei, ihre verborgenen Talente und Potenziale zu erkennen, innere Begrenzungen zu verstehen und den Mut zu entwickeln, die gewohnte Komfortzone zu verlassen.

 

In der Zeitschrift „bewusster leben“, Heft 1/2019, wurde Andrea Landschof zu diesem Thema vorgestellt. Der Artikel zeigt, worum es in ihrer Arbeit im Kern geht: Veränderung beginnt nicht erst mit einem neuen Plan. Sie beginnt dort, wo ein Mensch sich selbst wieder genauer wahrnimmt.

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Quelle: Zeitschrift bewusster leben, Heft 1/2019

Warum verborgene Talente oft lange unentdeckt bleiben

Viele Menschen verbinden Talent mit etwas Offensichtlichem. Mit einer besonderen Begabung, die schon früh sichtbar war. Mit Leistung. Mit Anerkennung. Mit dem, was andere loben.

Doch verborgene Talente liegen häufig tiefer.

Sie zeigen sich nicht immer dort, wo ein Mensch funktioniert. Sondern dort, wo er lebendig wird. Wo Interesse entsteht. Wo Energie spürbar wird. Wo jemand nicht nur etwas „kann“, sondern innerlich beteiligt ist.

Gerade im Erwachsenenleben gehen diese Hinweise oft verloren. Menschen passen sich an Rollen an. Sie erfüllen Erwartungen. Sie wählen Wege, die vernünftig erscheinen. Und irgendwann entsteht eine innere Spannung zwischen dem, was im Außen funktioniert, und dem, was im Inneren eigentlich gelebt werden will.

Die Frage lautet dann nicht nur:
Was kann ich?

Sondern viel genauer:
Was in mir wurde bisher noch nicht wirklich ernst genommen?

Veränderung braucht mehr als Motivation

Wer etwas im Leben verändern möchte, hört oft Sätze wie: „Du musst einfach mutiger sein.“ Oder: „Verlasse deine Komfortzone.“ Das klingt schnell, aktiv und modern. Aber es greift zu kurz.

Denn Menschen bleiben nicht ohne Grund in vertrauten Mustern. Die sogenannte Komfortzone ist nicht immer bequem. Manchmal ist sie nur bekannt. Und Bekanntes fühlt sich für unser inneres System häufig sicherer an als etwas Neues, selbst wenn das Neue eigentlich besser zu uns passen würde.

Deshalb braucht echte Veränderung mehr als Motivation. Sie braucht Verstehen.

Andrea Landschof arbeitet mit Menschen daran, die eigenen inneren Muster, alten Entscheidungen und unbewussten Begrenzungen sichtbar zu machen. Dabei geht es nicht um Selbstoptimierung. Es geht um Selbstklärung.

Erst wenn ein Mensch versteht, warum er sich bisher zurückgehalten hat, kann er beginnen, neue Entscheidungen zu treffen.

Potenziale erkennen heißt, sich selbst ernster zu nehmen

Verborgene Potenziale zu erkennen bedeutet nicht, aus jedem Menschen sofort eine völlig neue Version zu machen. Es bedeutet vielmehr, genauer hinzusehen.

Welche Fähigkeiten wurden bisher unterschätzt?
Welche Interessen wurden immer wieder beiseitegeschoben?
Welche Sehnsüchte wurden als unrealistisch abgetan?
Welche Stärken wurden vielleicht als „normal“ angesehen, obwohl sie eigentlich wesentlich sind?

Viele Menschen übersehen gerade das, was ihnen selbstverständlich erscheint. Sie halten ihre besondere Art zu denken, zu fühlen, zu strukturieren, zu verbinden oder zu führen für nichts Besonderes. Oft erkennen andere zuerst, dass dort eine Stärke liegt.

In der Beratung entsteht deshalb ein Raum, in dem diese bisher verdeckten Anteile sichtbar werden dürfen. Nicht als schnelle Antwort. Sondern als Prozess.

Berufliche Neuorientierung beginnt oft mit innerer Ehrlichkeit

Gerade im beruflichen Kontext zeigt sich dieses Thema besonders deutlich. Viele Menschen haben sich über Jahre an eine berufliche Rolle angepasst. Sie sind erfolgreich, zuverlässig und kompetent. Und trotzdem spüren sie irgendwann: Etwas fehlt.

Das kann der Wunsch nach mehr Sinn sein. Nach mehr Selbstbestimmung. Nach einem Arbeitsfeld, das besser zur eigenen Persönlichkeit passt. Oder nach einer Form von Wirksamkeit, die nicht nur Leistung, sondern auch innere Stimmigkeit ermöglicht.

Berufliche Neuorientierung bedeutet deshalb nicht immer, alles sofort hinter sich zu lassen. Manchmal beginnt sie mit sehr klaren Fragen:

Was entspricht mir wirklich?
Welche Form von Arbeit gibt mir Energie?
Wo verrate ich mich dauerhaft selbst?
Welche Talente wollen nicht länger nur nebenbei existieren?
Welche Entscheidung wäre dran, wenn ich mich selbst ernst nehme?

Diese Fragen sind unbequem. Aber sie sind oft der Anfang einer echten Entwicklung.

Andrea Landschof: Veränderung mit Tiefe statt Oberflächenkosmetik

Andrea Landschof begleitet Menschen seit vielen Jahren in persönlichen und beruflichen Entwicklungsprozessen. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Frage, wie Menschen sich selbst besser verstehen und ihre vorhandenen Potenziale bewusster nutzen können.

Dabei verbindet sie psychologische Tiefe, pädagogische Erfahrung und transaktionsanalytische Perspektiven. Ihr Blick richtet sich nicht nur auf das sichtbare Verhalten, sondern auch auf die inneren Muster, Prägungen und Entscheidungen, die dieses Verhalten beeinflussen.

 

Genau dadurch entsteht ein anderer Zugang zu Veränderung. Es geht nicht darum, Menschen schneller, besser oder angepasster zu machen. Es geht darum, sichtbar zu machen, was bereits angelegt ist und bisher vielleicht keinen angemessenen Raum bekommen hat.

Mehr über Andrea Landschof
Transaktionsanalyse kennenlernen
Berufliche Neuorientierung mit Tiefe
Seminare und Vorträge im Beraterwerk Hamburg
Das Buch „Das bin ich!? Verborgene Talente entdecken und Veränderungen gestalten“

 

Verborgene Talente entdecken und Veränderungen gestalten

Das bin ich!?
Verborgene Talente entdecken und Veränderungen gestalten

Anything goes?
„Alles ist möglich! Sei einfach nur du selbst!“ – Klingt recht simpel, dieser Ratschlag, oder? Ihn umzusetzen in einer Alles-geht-Gesellschaft, ist jedoch nicht so einfach, wie es sich anhört: Lebensläufe sind heute nicht mehr vorgegeben und grundlegende Veränderungen scheinen in jedem Alter möglich; es steht uns frei, selbst zu entscheiden, was ein gelungenes Leben bedeutet. Diese Freiheit beglückt und verunsichert uns zugleich.

Dieses Buch hilft dabei, Lebensgeschichten (und Lebenslügen) zu überprüfen und den Blick zu weiten auf noch nicht genutzte Chancen und Potenziale. Wir werden zu einer persönlichen Zeitreise eingeladen, unser Leben im Heute zu reflektieren, mit Erfahrungen von gestern umzugehen und Visionen für morgen zu entwickeln. Entdecken Sie Ihre verborgenen Talente, um Ihr Leben mit all seinen Herausforderungen zu meistern und stimmige Lösungen zu kreieren.

Mit Methoden der Transaktionsanalyse gelingt es Ihnen, Ihre Persönlichkeit und Ihre Beziehungen zu sich und anderen zu reflektieren, zu verstehen sowie ggf. persönliche und berufliche Veränderungen zu initiieren. So entsteht Raum für Neues.

Auch ideal für Berater, Trainer und Coaches mit den Schwerpunkten persönliche und berufliche (Neu-) Orientierung und Entwicklung.

ERSCHEINUNG am 21. September 2018

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Leseprobe

Buch - Das bin ich!?

Leseprobe aus dem im Herbst 2018 im Junfermann Verlag erscheinenden Buch von Andrea Landschof.


So wie „Bob der Baumeister“

Ich lag entspannt lesend auf einer  Liege, am Strand auf Kreta, als ich unbeabsichtigt Zeugin eines interaktiven Familienprozesses wurde, der mich danach noch lange beschäftigt hat.

Ein ca. fünfjähriger Junge mit rotem Schlapphut und rosa Schwimmflügeln, rannte  aufgeregt zum  Strandliegeplatz seiner Eltern.

Junge: „Mama, Mama, der Junge da will jetzt einfach der Baumeister sein.“

Mutter (Mutter löst sich nicht von der Zeitschrift, in der sie las): „Wer will Baumeister sein?“

Er zeigte auf die spielenden Kinder am Strand, die mit dem Bau einer Strandburg beschäftigt waren.

Junge: „Na der Junge dahinten bei unserer gebauten Burg.“

Mutter: „Na und?“

Junge: „Ja, aber ich bin doch der Baumeister!“

Mutter: „Ja?“

Junge: „Mensch, ich bin der Baumeister und nicht der!“

Mutter: „Ja, aber was tut er denn Schlimmes?“

Junge: „Der bestimmt jetzt alles, was wir bauen sollen und alles.“

Mutter: „Ja, was denn?“

Junge (mit weinerlicher Stimme): „Na alles! Der bestimmt jetzt auch, was ich bauen soll!“

Mutter: „Ich meine, was hat er dir denn getan?“

Junge (laut und trotzig): „Ich will das nicht! Der hat mir meine Arbeit weggenommen!“                                        

Mutter (blättert in ihrer Zeitschrift): „Ja.“

Der Junge begann zu weinen. Der Vater mischte sich zum ersten Mal ein und mahnte seinen Sohn leiser zu sein. Deshalb konnte ich danach den Dialog nicht mehr gut mithören. Die Szene dauerte jedoch noch eine halbe Stunde lang an. Der Junge weinte und  schmollte. Der Vater redete auf ihn ein. Die Mutter schwieg und las weiter in ihrem Buch.  

Irgendwann  rief der Junge: „…und meine rote Schaufel iegt auch noch bei dem neuen Baumeister! Aber zu dem gehe ich jetzt nicht mehr hin.“

Vater: „Du holst sie jetzt. Wir wollen aufs Zimmer gehen.“

Junge (schluchzt): „Nö.“

Der Vater ging schließlich zur „Baustelle“ und  umkreiste  in größerem Abstand die bauenden und spielenden Kinder, unter denen inzwischen auch ein erwachsener Mann war. Die rote Schaufel wurde von einem der Kinder benutzt. Der Vater kam  nach wenigen Minuten unverrichteter Dinge zurück. Die Mutter hat  inzwischen die Strandsachen eingepackt.

Junge (weinend): „Meine Schaufel?“

Vater: „Wir kaufen dir  eine neue.“ Er nahm seinen weinenden und quengelnden Sohn an die Hand und zog ihn mit sich, weg vom Strandplatz.

Diese Szene hat mich berührt. Was der kleine Junge wohl mit dieser Erfahrung, die er am Strand von Kreta gemacht hat, anfangen würde? Hat er gelernt, dass es nicht lohnenswert ist, sich für seine Rechte einzusetzen? Wie wäre die Szene wohl verlaufen, wenn die Mutter dem Jungen Raum für seine Gefühle gegeben hätte. Wenn sie seine Wut und seine Enttäuschung gesehen und anerkannt hätte? Wie wäre der Tag am Strand für den Jungen wohl ausgegangen, wenn die Mutter ihn ermutigt und die Erlaubnis ausgesprochen hätte, seine eigenen Ideen zu entwickeln und auszuprobieren. Gleichgültig, ob er nun seinen Baumeisterposten oder seine rote Schaufel zurück bekommen hätte oder eine ganz andere positive Lösung für ihn gefunden worden wäre: Er hätte positive Erfahrungen mit seiner Selbstwirksamkeit machen können.

Ich würde zu gerne wissen, wie sich das innere System der Ichzustände des kleinen Jungen, den ich im Sommerurlaub am  Strand von Kreta mit seiner Familie beobachtet habe, entwickelt. Ob er die Chance ergreift, und zu einem mutigen und wehrhaften Erwachsenen heranwächst? Oder wird er die Haltung und Denkweise seiner Eltern übernehmen, speichern und verinnerlichen?

In der Analogie zur Kinderserie: „Bob der Baumeister“, steht bei der  Konfliktauflösung die Teamarbeit und  soziales Verhalten im Vordergrund. Die sich wiederholend  zweifelnde Frage „Können wir das schaffen?“ („Can we fix it?“)  wird  im Chor mit einem zuversichtlichen „Yo, wir schaffen das!“ („Yes we can!“) beantwortet. Diese Zuversicht, vermittelt durch die Eltern, hätte dem  kleinen Jungen sicherlich gut getan. Aus Sicht der Transaktionsanalyse  hat der  kleine Junge vom Strand später im  Leben trotzdem noch die Wahl, sich für die „Yo, wir schaffen das!“ Variante  zu entscheiden.


© Andrea Landschof

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Verschlagwortet mit
Andrea Landschof

Buch

Das bin ich